Sunday, April 12, 2009

Rezessionsostern 2009, Löwenzahn statt Rucola


Herrliches Wetter an dem Ostern, das mal als das Rezessionsostern in die Geschichte eingehen wird. In einer Zeit der Unsicherheit, in der Kartoffeläcker und Waldstücke als letztes krisensicheres Investment gelten, ist es an der Zeit sich zurückzubesinnen, auf den Beitrag der heimischen Ackerkrume zu unserem krisengeschüttelten Kalorien- und Vitaminhaushalt. Auch wenn im feucht-grünen Rondell am Ernst-Reuter-Platz die ständig klammen Hauptstädter vorerst noch keine Kartoffeln anbauen, schaut doch der ein oder andere Reihenhausbesitzer stirnrunzelnd auf das handtuchgroße Rasenstück hinter seiner Terrasse und fragt sich, ob er nicht den ein oder anderen Stock der "Helmut-Schmidt-Rosen" durch was Essbares ersetzt, nur für den Fall, dass nach den zu erwartenden Plünderungen durch die deklassierte Mittelschicht der PENNY-Markt an der Ecke schließen muss.


Brandheißer Trend: Vormals als Unkraut geächtetes Grünzeug wie Giersch und Löwenzahn werden als vitaminreiche Kostaufbesserung wiederentdeckt.

Rezept für Caprese à la Steinbrück
Löwenzahnblätter und Gierschblätter lauwarm wässern, um die Bitterstoffe zu mildern. Anstelle von Rucola zusammen mit Tomaten und Parmesan zu einem Caprese-Salat vermengen. Rapsöl und Weinessig statt Olivenöl mit Balsamico geben die nötige Würze. Bitterkeit durch etwas Joghurt dämpfen. Ebenfalls entbitternd wirken wasserhaltige heimische und kostengünstige Gemüse wie Gurken. Mit Löwenzahnblüte garnieren. Salzen, pfeffern fertig. Herr Steinbrück, meinethalben kann das Megabailout mit anschließender Inflation dann kommen!

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