Thursday, April 23, 2009

Angriff der Gnomfrauen - Symptome des Krisenjournalismus

Zu all den Problemen, die uns die momentane Krise beschert - Zeitungssterben, das Ende des Qualitätsjournalismus und die Googlesierung des menschlichen Hirns bei Onlineredakteuren jetzt auch das noch: Unsere Frauen schrumpfen.

Erst komplexe Multimedia-Flash-Präsentationen (wie hier bei stern.de) decken erschreckende im Zahlendickicht verborgene Wahrheiten auf

Unsere Frauen schrumpfen
Das hat das Widget-Applet-Powerpicture-Multiflashjava-2.0-Medium Stern.de jetzt in Fortsetzung des investigativen Springbreak-Journalismus von Spiegel.de herausgefunden. Bzw. das ist das brandheiße Ergebnis der Studie "SizeGermany". Auftraggeber/Durchführende der Studie werden nicht genannt. Wozu auch, denkt man im ersten Augenblick. Um triviale Erkenntnisse zu erlangen, wie die, dass die Deutschen immer größer und immer dicker werden, genügt ein Blick aus dem Raumschiff G+J auf die Landungsbrücken oder ein Gang zur Eisdiele an der Ecke. Aber da sieht man mal, wie man sich täuschen kann, und dass objektive "Reihenvermessungen an mehr als 13.000 Männern, Frauen und Kinder(n)", wie sie sich heute nur topinvestigative Medien leisten können, doch das ein oder andere unbemerkte, ja beängstigende Ergebnis zu Tage fördern. Wie z.B. dass unsere Nachwuchsjournalistinnen zwischen 14 und 25 Jahren kaum noch über die Kante des Redaktionstisches gucken können (siehe Schaubild). Der bei Fortsetzung dieses Trends zu befürchtende Mangel an einsatzfähigen Praktikantinnen wird wohl dazu führen, dass Fleißarbeiten und journalistische Basistugenden wie Faktenrecherche und Plausibilitätschecks auch in Zukunft eine Domäne großer, kräftiger Männer (Hallo Stefan Niggemeier) bleiben wird.

Unsere Töchter werden es bald selbst merken und sich dann gegenseitig ins virtuelle Poesiealbum twittern: "Wir sind Zwerginnen, aber wir stehen auf den Schultern von Gigantinnen."

Sunday, April 12, 2009

Rezessionsostern 2009, Löwenzahn statt Rucola


Herrliches Wetter an dem Ostern, das mal als das Rezessionsostern in die Geschichte eingehen wird. In einer Zeit der Unsicherheit, in der Kartoffeläcker und Waldstücke als letztes krisensicheres Investment gelten, ist es an der Zeit sich zurückzubesinnen, auf den Beitrag der heimischen Ackerkrume zu unserem krisengeschüttelten Kalorien- und Vitaminhaushalt. Auch wenn im feucht-grünen Rondell am Ernst-Reuter-Platz die ständig klammen Hauptstädter vorerst noch keine Kartoffeln anbauen, schaut doch der ein oder andere Reihenhausbesitzer stirnrunzelnd auf das handtuchgroße Rasenstück hinter seiner Terrasse und fragt sich, ob er nicht den ein oder anderen Stock der "Helmut-Schmidt-Rosen" durch was Essbares ersetzt, nur für den Fall, dass nach den zu erwartenden Plünderungen durch die deklassierte Mittelschicht der PENNY-Markt an der Ecke schließen muss.


Brandheißer Trend: Vormals als Unkraut geächtetes Grünzeug wie Giersch und Löwenzahn werden als vitaminreiche Kostaufbesserung wiederentdeckt.

Rezept für Caprese à la Steinbrück
Löwenzahnblätter und Gierschblätter lauwarm wässern, um die Bitterstoffe zu mildern. Anstelle von Rucola zusammen mit Tomaten und Parmesan zu einem Caprese-Salat vermengen. Rapsöl und Weinessig statt Olivenöl mit Balsamico geben die nötige Würze. Bitterkeit durch etwas Joghurt dämpfen. Ebenfalls entbitternd wirken wasserhaltige heimische und kostengünstige Gemüse wie Gurken. Mit Löwenzahnblüte garnieren. Salzen, pfeffern fertig. Herr Steinbrück, meinethalben kann das Megabailout mit anschließender Inflation dann kommen!